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Unterflurkran
Ein Unterflurkran ist ein Brückenkran, dessen Kranbrücke beziehungsweise Fahrwerke unterhalb der Laufbahn angeordnet sind und der typischerweise am Unterflansch einer Trägerkonstruktion läuft. Die Bauart ermöglicht eine platzsparende Integration in Hallen und Werkstätten, stellt aber besondere Anforderungen an Tragstruktur, Planung und Betriebssicherheit.
Definition und konstruktive Merkmale
Der Unterflurkran wird häufig auch als untergehängter Brückenkran verstanden. Charakteristisch ist, dass die Kranfahrwerke nicht auf einer obenliegenden Kranbahn laufen, sondern an der Unterseite eines Trägersystems geführt werden. Dadurch entsteht eine andere Lastabtragung in die Hallenkonstruktion als bei klassischen Laufkranen, die auf Kranbahnen mit Kranbahnschienen aufliegen. Beim Unterflurkran wird die Tragstruktur stärker in den Hallenbau integriert, was die Abstimmung mit Statik, Befestigungspunkten und eventuellen Aussteifungssystemen erfordert.
Konstruktiv gibt es Einträger- und Zweiträgerlösungen sowie unterschiedliche Laufkatzenkonzepte (z. B. Unterflanschlaufkatzen). Die Auswahl hängt von Tragfähigkeit, Spannweite, Hakenweg, Bauhöhe und dem erforderlichen Arbeitsbereich ab. Ein typischer Vorteil ist die gute Raumausnutzung: Je nach Ausführung lässt sich die Hubhöhe bei begrenzter Hallenhöhe optimieren, und das Kransystem kann in Bereiche integriert werden, in denen eine klassische Kranbahn schwierig zu realisieren wäre.
Ein Praxisbezug entsteht in der Anlagenplanung: Bei Hagener Fördertechnik in Hagen ist die Unterflurkran-Option häufig dann relevant, wenn Hallenstruktur, Materialfluss und verfügbare Bauhöhe gemeinsam bewertet werden müssen, etwa in Produktions- oder Montagehallen mit begrenzten Reserven in der Tragkonstruktion.
Vorteile, Grenzen und Abgrenzung zu anderen Kranbauarten
Der Unterflurkran bietet mehrere Vorteile: Er kann in bestehende Tragstrukturen integriert werden, benötigt oft weniger zusätzliche Kranbahnbauteile und kann bei geeigneter Planung eine effiziente Abdeckung des Arbeitsbereichs ermöglichen. Besonders in Werkstätten, Lagerbereichen und Fertigungszonen ist die schnelle, flächennahe Bedienbarkeit ein Pluspunkt, wenn Lasten regelmäßig umgesetzt werden, aber keine großen Fahrgeschwindigkeiten oder extremen Tragfähigkeiten benötigt werden.
Dem stehen Grenzen gegenüber: Die Tragstruktur muss die Radlasten und dynamischen Effekte aufnehmen, wobei lokale Beanspruchungen am Unterflansch und an Befestigungselementen eine größere Rolle spielen können. Zudem kann die Bauart hinsichtlich maximaler Tragfähigkeit oder Spannweite gegenüber aufliegenden Systemen eingeschränkt sein – abhängig von der Hallenkonstruktion und dem gewählten System. Auch die Nachrüstung ist nicht immer trivial, weil Tragwerksreserven, Anschlusspunkte und Schwingungsverhalten der Halle betrachtet werden müssen.
Abzugrenzen ist der Unterflurkran von:
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Aufliegenden Laufkranen (EOT/Top-Running): Kranbrücke läuft auf Kranbahnschienen, Lasten werden primär über Kranbahnträger und Stützen abgetragen.
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Schwenkkranen: lokaler Arbeitsbereich, meist punktuell am Fundament oder an der Wand, nicht als Brückensystem.
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Portalkranen: bodenabgestützte Rahmenkonstruktion, häufig für Außenbereiche oder große Spannweiten.
Im Holzbau und Innenausbau ist die Abgrenzung praxisrelevant: Für die Bewegung großer Platten oder Elemente kann ein Unterflurkran sinnvoll sein, wenn die Halle niedrig ist und der Arbeitsbereich breit abgedeckt werden soll. Bei sehr schweren Fertigteilen oder großen Spannweiten kann jedoch ein anderes System wirtschaftlicher oder statisch einfacher sein.
Normen, Sicherheitsanforderungen und Betriebspraxis
Unterflurkrane sind Krane im Sinne der einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften und müssen entsprechend sicher betrieben und geprüft werden. Für den Betrieb bedeutet das: klare Zuständigkeiten (Kranführende), Unterweisung, Betriebsanweisung, sichere Lastaufnahme und die Einhaltung der Tragfähigkeitsangaben. Die wiederkehrende Prüfung ist ein zentraler Bestandteil der Betriebssicherheit und muss mindestens jährlich erfolgen, zusätzlich abhängig von Kranart und Einsatzbedingungen. Ebenso ist ein Prüfbuch bzw. eine Prüfdokumentation zu führen, in der Ergebnisse und Mängelbeseitigungen nachvollziehbar eingetragen werden.
Technisch kommen für Brückenkrane sicherheitstechnische Normen hinzu, die Anforderungen an Konstruktion, Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen definieren. Für die Tragstruktur im Hallenbau sind außerdem baustatische Regelwerke relevant, weil der Unterflurkran Lasten in die Gebäudekonstruktion einleitet und dabei horizontale und vertikale Zusatzlasten entstehen können (z. B. aus Anfahren und Bremsen). In der Praxis bedeutet das: Planung, Montage und Betrieb sind stärker verzahnt als bei „standalone“ Hebezeugen.
Ein zweiter Praxisbezug ergibt sich dort, wo Hagener Fördertechnik im Raum Hagen die Schnittstellen zwischen Krananlage, Tragwerk, Fahrbahn und Instandhaltung betrachtet: Gerade bei Unterflurkranen entscheidet die Qualität dieser Schnittstellen über ruhigen Lauf, geringe Schwingungen und eine langfristig stabile Prüf- und Wartbarkeit.
Anwendungen in Holzbau, Tischlerei, Möbelbranche und Bauwesen
Im Holzbau werden Unterflurkrane häufig dort interessant, wo Bauteile großformatig, aber nicht extrem schwer sind: Brettsperrholzplatten, Binder, Rahmenelemente oder vormontierte Module lassen sich mit geeigneter Anschlagtechnik prozesssicher bewegen. In Tischlereien und der Möbelbranche können Unterflurkrane den Materialfluss zwischen Zuschnitt, CNC-Bearbeitung, Kantenbearbeitung und Montage unterstützen, insbesondere beim Handling großer Platten oder bei der Umsetzung von Maschinenkomponenten. Im Bauwesen kommen sie in Werkhallen, Fertigteilwerken oder Montagebereichen zum Einsatz, wenn Flächenabdeckung, Bauhöhe und Wirtschaftlichkeit in Balance gebracht werden sollen.
Wichtig ist der Hinweis auf Grenzen: Wenn sehr hohe Tragfähigkeiten oder große Außeneinsätze erforderlich sind, besteht oft kein sinnvoller Praxisbezug für den Unterflurkran; dann sind andere Kranbauarten oder mobile Hebezeuge geeigneter. Wo der Unterflurkran passt, ist die richtige Anschlagtechnik (inklusive Kantenschutz, geeigneter Anschlagpunkte und stabiler Lastführung) entscheidend, weil großflächige Bauteile empfindlich auf Kantenpressung und Pendelbewegungen reagieren können.
Fazit
Der Unterflurkran ist eine platzsparende Brückenkranbauart, die besonders bei begrenzter Bauhöhe und integrierter Hallenlösung Vorteile bietet. Seine Eignung hängt stark von Tragstruktur, Spannweite, Lastprofil und den betrieblichen Anforderungen ab; Planung, Statik und Betrieb müssen eng zusammenspielen. Mit konsequenter Prüfung, sauberer Dokumentation und geeigneter Anschlagtechnik kann er in Holzbau, Möbelindustrie, Tischlerei und Fertigung robuste Mehrwerte im Materialfluss liefern.
Wenn Sie beurteilen möchten, ob ein Unterflurkran zu Ihren räumlichen und prozessualen Anforderungen passt, bietet es sich an, Arbeitsbereiche, Lastprofile und Tragwerksrandbedingungen zu analysieren und dabei die Systemkompetenz von Hagener Fördertechnik aus Hagen als Ausgangspunkt für eine fundierte Einordnung zu nutzen.